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Persönlichkeitsschutz

Der Persönlichkeitsschutz betrifft eine Sondermaterie des Bürgerlichen Rechts, die herkömmlich im Deliktsrecht angesiedelt wird. Der Schutz von Würde und Entfaltung der natürlichen Person hat in den abendländischen Rechtsordnungen eine lange geistesgeschichtliche Tradition. In Deutschland legt man angesichts der niederschmetternden Erfahrungen der NS-Zeit besonderen Wert auf die Achtung vor den Persönlichkeitsattributen. In einer dichter werdenden privatisierten Kommunikationslandschaft werden die Medien als "vierte Gewalt" aggressiver und zum Teil auch sorgloser. Zunehmend dient die Person als Werkzeug zur Erzeugung von Aufmerksamkeit. Entfaltungsfreiheit und Kommunikationsfreiheit geraten mehr und mehr in Konflikt zueinander. Das erfordert eine verstärkte Untersuchung der Probleme des rechtlichen Schutzes individueller Besonderheit und Entfaltungsfreiheit, um Leitlinien für die Abwägung zwischen beiden Freiheitsbereichen zu entwerfen. Zu berücksichtigen sind dabei rechtsvergleichende und interdisziplinäre, insbesondere kommunikationstheoretische und betriebswirtschaftliche Erkenntnisse. Besondere Berücksichtigung erfährt der Schutz von persönlichen geistigen Schöpfungen durch das Urheberrecht und die Untersuchung der Grenzen dieses Rechtsgebietes durch Erfordernisse des freien Informationsflusses.

Veröffentlichungen

  • Moral Rights in den USA, ZUM 1993, S. 325-352.
  • Persönlichkeitsschaden und Geldersatz, ZVglRWiss 96 (1997), S. 74-95.
  • Individualität im Zivilrecht. Der Schutz persönlicher, gegenständlicher und wettbewerblicher Individualität im Persönlichkeitsrecht, Immaterialgüterrecht und Recht der Unternehmen, Tübingen 2001.
  • Eigenheit oder Eigentum - Was schützt das Persönlichkeitsrecht?, GRUR 2002, 495-500.
  • I diritti della personalità fra libertà e proprietà - Sviluppi e nuove tendenze in Germania, in: Annuario di diritto tedesco 2001 (Jahrbuch der Italienisch-Deutschen Juristenvereinigung 2001 hg. von Salvatore Patti), Milano 2002, S. 405-425.
  • Gibt es ein Konzernpersönlichkeitsrecht?, Gedächtnisschrift für jürgen Sonnenschein, Berlin/New York 2002, S. 687-704.
  • Patente auf Leben - Ist das Patentrecht blind für ethische Zusammenhänge?, in: Festschrift reimar Koenig, Berlin 2003, S. 435-450.
  • Erläuterung, Aktualisierung und Redaktion der Bereiche Urheber- und Medienrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Wettbewerbs- und Kartellrecht in der 21. Aufl. der Brockhaus-Enzyklopädie, Mannheim 2005.
  • Das Caroline-Urteil des EGMR und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ? Die Entwicklung aus zivilrechtlicher Sicht bis zur Entscheidung des EGMR, in: Prütting/Stern (Hg.): Das Caroline-Urteil des EGMR und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, München 2005, S. 5-21.
  • Verbote und Gebote ? Tabus in den Medien, demnächst in Sander/Ganguin (Hg.): Sensation, Skurrilität und Tabus in den Medien, 2006, S. 93-108.
  • Tanja Dörre/Kai Kochmann: Zivilrechtlicher Schutz gegen negative eBay-Bewertungen, ZUM 2007, 30-40.
  • Tanja Dörre: Rechtsschutz gegen "Reality-Literatur" - Insbesondere der medienrechtliche Rückrufanspruch, München 2008 (Schriftenreihe des Instituts für Rundfunkrecht - Band 101.).
  • Die Einwilligung im Persönlichkeitsrecht - Von der Selbstbestimmung über den "informed consent" zum Recht auf Kontrolle der Darstellung durch andere?, in: Liber Amicoum Gert Brüggemeier, 2009, S. 225-241.
  • (gemeinsam mit Johannes Kamp), Datenschutz und Persönlichkeitsrecht - Anwendung der Grundsätze über Produktkritik auf das Bewertungsportal "spickmich.de"?, ZUM 2009, 185-190.
  • Presserecht im Internet. Drei Thesen und eine Frage zur Einordnung, Privilegierung und Haftung der "elektronischen Presse", in: Jörg Gundel/Peter W. Heermann/Stefan Leible (Hrsg.), Konvergenz der Medien - Konvergenz des Rechts?, JWV Jenaer Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft (Bayreuther Studien zum Wirschafts- und Medienrecht, Bd. 3), Jena 2009, S. 47-59.
  • The relationship between justice and mass-media: which rules for which subjects? - The German experience, in Giorgio resta (Hrsg.), Il rapporto tra giustizia e mass-media, Bari 2010.
  • (gemeinsam mit Tanja Dörre), Übungen im Medienrecht, 2. Aufl. Berlin 2011.
  • Johannes Niewalda, Dopingkontrollen im Konflikt mit allgemeinem Persönlichkeitsrecht und Datenschutz, Berlin 2011, UFITA 2012/III S. 973-976.
  • Zusammenhänge des privaten Medienrechts, in: Josef Limper/Christian Musiol, Handbuch des Fachanwalts Urheber- und Medienrecht, Köln 2011, S. 15-26.
  • Menschenwürde und Medienfreiheiten in den USA und in Deutschland – am Beispiel des Romans „Esra“, FS Stern zum 80. Geb., Berlin 2012, S. 1141-1153.
  • Persönlichkeitsschutz im Internet – Anforderungen und Grenzen einer Regulierung, JZ 2012, 851-859 (Begleitaufsatz zum 69. Deutschen Juristentag 2012).
  • BGH, Urt. v. 31.5.2012 – I ZR 234/10 (Redaktionell veranlasste Berichterstattung und werbliche Nutzung bei Prominenten), jurisPR-WettbR 2/2013 Anm. 1.
  • BGH, Urt. v. 14.5.2013 – VI ZR 269/12 – GRUR 2013, 751 (Persönlichkeitsrechtsverletzende Suchvorschläge bei Google – Autocomplete-Funktion), GRUR 2013, S. 754-755 (zusammen mit Carina Y. Becker).
  • a) Persönlichkeitsrechte im 21. Jahrhundert – Systematik und Herausforderungen, JZ 2013, 853-864 (Begleitaufsatz zur Jahrestagung der Gesellschaft für Urheberrecht und Gewerblichen Rechtsschutz e.V. in Erfurt 2013); b) verkürzte englischsprachige Version „Personal Privacy Rights in the 21st Century: Logic and Challenges, Journal of Intellectual Property Law & Practice (2014), Vol. 9, Issue 3, pp. 231-238.