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Vortragsveranstaltung am Round Table im WS 16/17

Das Institut für Medienrecht und Kommunikationsrecht der Universität zu Köln und der Verein Alumni- und Förderverein Medienrecht Köln e.V. laden zur gemeinsamen Vortragsveranstaltung am 24.11.2016 um 18.30 Uhr am Round-Table im Alten Senatssaal der Universität zu Köln (Hauptgebäude, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln) ein, um die am Institut für Medienrecht und Kommunikationsrecht entstandene Dissertation von Dr. Christina Kühnl zum Thema

Persönlichkeitsschutz 2.0
Profilbildung und -nutzung durch Soziale Netzwerke am Beispiel von Facebook im Rechtsvergleich zwischen Deutschland und den USA

vorzustellen.

Die Vortragsveranstaltung beschäftigt sich mit der Profilbildung in Sozialen Netzwerken. Soziale Netzwerke wie Facebook bieten verschiedene Funktionen, etwa die Kommunikation mit Freunden, die Vernetzung mit Bekannten, Spiele, oder aktuelle Nachrichten usw. Sie sind deshalb vielfach ein ständiger Begleiter der Nutzer. Die dadurch anfallenden Daten gelten als die neue Währung im Internet, weil Diensteanbieter sie kommerziell, insbesondere für Marketing, nutzen.

Zu diesem Zweck werden die Daten ausgewertet und zu Profilen aggregiert. Das Nutzungsverhalten lässt, ebenso wie selbst erstellte Inhalte, Rückschlüsse auf persönliche Eigenschaften und Vorlieben zu. Vorhersagetechniken sollen außerdem nicht offengelegte, private Informationen aufdecken. Dadurch können Privatsphäreinteressen der Betroffenen erheblich beeinträchtigt werden, ohne dass sie als Mitglieder Sozialer Netzwerke über solche Profilbildungen und -nutzungen ausreichend informiert werden.

Das Diensteangebot Sozialer Netzwerke variiert weltweit nur marginal, obwohl das unionsrechtliche Datenschutzniveau als eines der höchsten gilt, das der USA – wo führende Soziale Netzwerke ansässig sind – jedoch als niedriger. Die Dissertation „Persönlichkeitsschutz 2.0“ stellt vor diesem Hintergrund die Rechtslage diesseits und jenseits des Atlantiks dar und setzt sich mit der Frage auseinander, wie der Persönlichkeitsschutz in Sozialen Netzwerken verbessert werden kann. Sie vertritt die These, dass auf untergesetzlicher Ebene eine transatlantische Lösung für mehr Datenschutz realisierbar ist.

Zu dem Vortrag werden Professor Niko Härting, HÄRTING Rechtsanwälte aus der Perspektive der Datenwirtschaft und Dr. Thilo Weichert, Netzwerk Datenschutzexpertise, aus Sicht der Datenschützer Stellung nehmen. 

Anschließend besteht die Gelegenheit zur fachlichen Diskussion, die zwanglos im Dozierendenzimmer bei kulinarischer Begleitung fortgeführt werden darf. 

Für die Teilnahme bitten wir Sie, das Online-Anmeldeformular auszufüllen. Gerne können Sie uns auch eine E-Mail an medienrecht(at)uni-koeln.de zukommen lassen. Die Anmeldung bis zum 21.11.2016 wird erbeten.

Einen Lageplan der Universität zu Köln sowie eine Wegbeschreibung entnehmen Sie hier.

Veranstaltungsprogramm

18.00 Uhr: Einlass im Alten Senatssaal

18.30 Uhr: Vorstellung der Dissertation

Persönlichkeitsschutz 2.0

Profilbildung und -nutzung durch Soziale Netzwerke am Beispiel von Facebook im Rechtsvergleich zwischen Deutschland und den USA

von Dr. Christina Kühnl    

19.00 Uhr: Kommentar von Herrn Prof. Niko Härting mit anschließender Diskussion 

19.30 Uhr: Kommentar von Herrn Dr. Thilo Weichert mit anschließender Diskussion                            

ab 20.00 Uhr: Ausklang der Veranstaltung bei Buffet im Dozierendenzimmer

Die Referenten im Überblick

Prof. Niko Härting

studierte an der Freien Universität Berlin und absolvierte sein Referendariat in Berlin und Chicago. Von 1989 bis 1993 war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin beschäftigt und nahm 1991 einen Lehrauftrag an  der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR Berlin) an. Seit 1993 ist Prof. Härting als Rechtsanwalt zugelassen und wurde 1996 Partner bei HÄRTING Rechtsanwälte. Neben seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt ist Prof. Härting seit 2007 als Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin tätig und hat seit 2012 eine Honorarprofessur an der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR Berlin) inne. Daneben ist Prof. Härting u.a. Mitglied im Informationsausschuss des Deutschen Anwaltsvereins und im Beirat der Zeitschrift Computer und Recht. Weiterhin unterstützt er als ständiger Mitarbeiter die Redaktion der Zeitschriften IT- und IP-Rechtsberater sowie der Zeitschrift K&R.

Dr. Thilo Weichert, Jurist und Politologe

Dr. Thilo Weichert ist Mitglied beim Netzwerk Datenschutzexpertise und Vorstandsmitglied der Deutschen Vereinigung für Datenschutz e. V. (DVD). Seit 1982 ist Herr Weichert als Rechtsanwalt, Politiker, Hochschuldozent, Justiziar und Publizist in Freiburg/Brsg., Stuttgart, Dresden und Hannover tätig. 1991 arbeitete er als juristischer Berater des Bürgerkomitees zur Auflösung der Staatssicherheit. Von 1992 bis 1998 war Herr Weichert Referent beim Landesbeauftragten für Datenschutz Niedersachsen. Von 2004 bis 2015 übte er das Amt des Datenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein und Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz (ULD) in Kiel aus. Zuvor leitete er ab 1998 das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz stellvertretend.