Mehr – Medien: Programm 2020

Der „Konvergenzkanal Internet“ hat die Medienordnung nachhaltig verändert. Welche Entscheidungen sind heute zu treffen, um eine unabhängige und vielfältige Medienlandschaft zu sichern, die ihre Aufgaben im gesellschaftlichen und demokratischen Gefüge erfüllt und gute Unterhaltung anbieten?

Mögliche Antworten will eine wissenschaftliche Tagung des Instituts für Medienrecht und Kommunikationsrecht der Universität zu Köln, die in Kooperation mit dem Grimme-Forschungskolleg an der Universität zu Köln organisiert wird, ausloten:

 

 Mehr – Medien: Programm 2020

am 7. November 2016, von 14.00 bis 18.00 Uhr

in der BusinessLounge des Kölner RheinEnergieSTADIONs

Tribüne Ost, Aachener Straße 999, 50933 Köln

 

In drei von dem Medienkritiker und Journalisten Hans Hoff moderierten Gesprächsrunden mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Akteuren der Branche sowie interessierten Expertinnen und Experten werden mögliche Strategien, notwendige Innovationen und gesellschaftliche Verantwortungsdimensionen diskutiert. In der konvergenten und digitalisierten Medienwelt operieren die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf vielen Schnitt- und Konfliktfeldern und müssen sich positionieren: zwischen Programmauftrag und Einschaltquote, Kosteneinsparung und Angebotserweiterung, Inhalten und Übertragungswegen, Grundversorgung und Digitalinnovation. Die erste Gesprächsrunde trägt den Titel Mehr – Wert 2020. Braucht es im digitalen Zeitalter, mit der unübersehbaren Fülle von Angeboten der Information und Zerstreuung, einen mit öffentlichen Mitteln finanzierten Rundfunk? Die Zukunft der Finanzierung wird auf unterschiedlichen Ebenen diskutiert: Die öffentliche Debatte reicht von der Akzeptanz der Haushaltsabgabe über wissenschaftliche Gutachten, die letztlich auf eine Privatisierung des öffentlich-rechtlichen Systems abzielen, bis hin zur Frage, ob nicht auch die Presse durch öffentliche Mittel unterstützt werden soll. Der Blick in die Schweiz soll hier mit Impulsen die Debatte in Deutschland erweitern und befruchten. Welches Paradigma ist das angemessene, um die demokratischen, kulturellen und sozialen Bedarfe der Gesellschaft unter den Bedingungen der Digitalisierung und Globalisierung zu erfassen und zu bearbeiten?

In der zweiten Gesprächsrunde Mehr – Inhalt 2020 wird danach gefragt, welche kreativen Inhalte, Formate und Verbreitungswege die Entwicklung des Bewegtbildbereichs für die digitale Gegenwart und Zukunft sicherstellen können. Die Produktion von vorbildlichen, innovativen und hochwertigen Inhalten ist für Medienschaffende Ansporn und Herausforderung zugleich. Aufgrund seiner verfassungsrechtlichen Stellung und seiner Finanzierung trägt der öffentlich-rechtliche Rundfunk hier eine besondere Verantwortung bei der Entwicklung von Inhalten und Programmen. Wie kann unter den Bedingungen der digitalen Transformation und des Generationenwechsels die Grundidee des dualen Rundfunksystems weiterentwickelt und zugleich das Interesse der kommenden Fernsehgeneration an qualitativ hochwertigen unterhaltenden und journalistischen Beiträgen aus diesem System erhalten bzw. geweckt werden? Der Blick richtet sich in dieser Runde auf den öffentlich-rechtlichen und den privaten Rundfunk, auf das Heute und Morgen.

Am Schluss der Tagung geht es um den gesellschaftlichen Stellenwert und die Verantwortungsdimensionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: Mehr – Verantwortung 2020. Hier soll es u.a. um eine Beschreibung und Analyse der Gegenwart, um mögliche neue Leitbilder sowie um das Vertrauen und die Bindung der Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Nutzerinnen und Nutzer gehen. Dazu begeben sich der Intendant des ZDF, Dr. Thomas Bellut, und Lutz Marmor, stellvertretender ARD Vorsitzender und Intendant des NDR, auf den „heißen Stuhl“ und stellen sich den Fragen von Hans Hoff.

Gefragt ist auch Ihre Meinung! Das Veranstaltungsformat „Fishbowl“ bezieht das Publikum in die Diskussion ein, um dessen Expertise und Positionen unmittelbar aufzugreifen. Es würde uns also freuen, wenn auch Sie einen Beitrag zur Diskussion leisten würden. Wir freuen uns über Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 31. Oktober 2016 unter: www.grimme-forschungskolleg.de/anmeldung

 

Tagung „Mehr – Medien: Programm 2020“

14.00 Uhr

„Mehr – Wert 2020“

Prof. Dr. Johannes Münster, Direktor des Instituts für Rundfunkökonomie der Universität zu Köln
Prof. Dr. Otfried Jarren, IPMZ, Präsident der Eidgenössischen Medienkommission
Bascha Mika, Chefredakteurin Frankfurter Rundschau
Thomas Wierny, Institut für Medienrecht und Kommunikationsrecht der Universität zu Köln

15.30 Uhr

Kaffeepause

15.45 Uhr

„Mehr – Inhalt 2020“
Dr. Torsten Körner, Autor und Fernsehkritiker
Daniel Harrich, Autor und Regisseur
Sophie Burkhardt, stellvertretende Programmgeschäftsführerin Funk
Jan Böhmermann, Satiriker und Journalist

17.00 Uhr

„Mehr – Verantwortung 2020“
Dr. Thomas Bellut, Intendant des ZDF
Lutz Marmor, stellvertretender ARD Vorsitzender und Intendant des NDR

18.00 Uhr

Schlusswort
Ausklang mit Imbiss und Getränken

Moderation: Hans Hoff, Medienjournalist (u.a. SZ und DWDL)

 

Verantwortlich für die Tagung:
Prof. Dr. Karl-Eberhard Hain, Tobias Brings-Wiesen und Thomas Wierny (alle Institut für Medienrecht und Kommunikationsrecht der Universität zu Köln)
Dr. Frauke Gerlach und Lars Gräßer (beide Grimme-Institut, Marl)

Weitere Informationen zum Programm und zur Anreise finden sie hier.

 

Zur Teilnehmeranmeldung

 

Die Tagung findet im Anschluss an den Festakt anlässlich der Gründung des Grimme-Forschungskollegs statt.

Die Universität zu Köln und das Grimme-Institut haben dieses Forschungskolleg gemeinsam mit dem Ziel gegründet, drängende Fragen der Digitalisierung der Gesellschaft und ihrer Medien praxisnah und interdisziplinär zu erforschen, zu begutachten sowie kreative neue Problemlösungswege zu entwickeln. Dabei sollen sich exzellente Qualität, Unabhängigkeit und Zukunftsorientierung beider Institutionen miteinander verbinden.

Aus diesem Anlass findet im Vorfeld der Tagung ein Festakt anlässlich der Gründung des Grimme-Forschungskollegs statt, zu dem Sie ebenfalls herzlich eingeladen sind:

 

 Festakt zur Gründung des

Grimme-Forschungskollegs an der Universität zu Köln

am 7. November 2016, von 11.00 bis 13.00 Uhr

in der BusinessLounge des Kölner RheinEnergieSTADIONs

 

Die rasante digitale Transformation aller gesellschaftlichen Bereiche und ihrer Systeme stellt neue Herausforderungen an Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft. Interdisziplinäre und praxisorientierte wissenschaftliche Analysen eröffnen neue Perspektiven und notwendige Lösungsansätze für die Fragen der Digitalisierung und Globalisierung. An der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis arbeitet das Grimme-Forschungskolleg an der Universität zu Köln GmbH in Kooperation mit der Philosophischen, Humanwissenschaftlichen, Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät seit 2015.